Ziel: Top ausgestattet fürs Berufsschullehramt

Am Lehrstuhl für Technikdidaktik an der Universität Siegen werden Berufsschullehrer für die Mangelfächer Maschinenbautechnik, Elektrotechnik und Informatik ausgebildet. Mit einem neuen Studiengangsmodell, was eines der modernsten Lehrerbildungskonzepte deutschlandweit realisiert, wird die Theorie-Praxis-Verzahnung optimal umgesetzt.

 

Das Berufsfeld „Lehramt Berufskolleg“ bietet Technikern und Ingenieuren eine der wenigen Möglichkeiten, Ihre erstgewählte Profession mit dem Umgang mit Menschen zu verbinden. Die Jobchancen sind exzellent, mindestens bis 2025 gibt es in der Ausbildung der Metall-, Elektro- und Bauberufe einen erheblichen Lehrermangel.

 

Die Universität Siegen legt bei ihrem neuen Studiengangsmodell besonderen Wert darauf, dass angehende Berufsschullehrer sich in ihrer Fähigkeit perfektionieren, sich „gewerblich-technisches Wissen“ zu erschließen. Gemeint ist hierbei, dass Lehrkräfte in der Berufsschule, in besonderer Weise gefordert sind, das Werkstattwissen und dessen Begründung über die Ingenieurwissenschaft zu vermitteln. Denn dieses  Wissen, dass die Arbeitspraxis über die ingenieurwissenschaftliche Begründung reflektiert, macht den Kern der Lehrerarbeit im Rahmen von handlungsorientiertem Unterricht aus, der heute die berufliche Bildung prägt.

 

Möglich wurde dies, da der Kreis Siegen-Wittgenstein, die Kammern und zahlreiche Unternehmen die Professur für „Technikdidaktik am Berufskolleg“ als Stifter für zunächst fünf Jahre finanzieren  – und damit zeigt, dass die industriestarke Region Südwestfalen das Berufsschullehramt sehr ernst nimmt, weil hier händeringend Lehrer der technischen Fächer gesucht werden, um den Facharbeiternachwuchs zu sichern. Denn den Betrieben hier in der Region ist klar: Es bedarf nicht nur fähiger Ingenieure, die Innovationen entwickeln, sondern auch exzellenten Facharbeitern, die diese Neuerungen umsetzen und zum Laufen bringen.

Davon profitieren die Studierenden durch die guten Studienbedingungen. Denn um dieses spezielle Wissen zu vermitteln, hat die Universität selbst mit einer vorbildlichen Ausstattung dafür gesorgt, dass die Stiftungsidee nicht auf eine Person beschränkt bleibt, sondern als  ein Konzept leben kann:

In dem eigens dafür geschaffenem „Fahrzeugdidaktischem Labor“ wird anhand der Kfz-Technik als verbindendes Element zwischen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik das Konzipieren und Umsetzen von modernem Berufsschulunterricht sowohl auf der Ebene der didaktischen Planung wie auch fachlichen Durchdringung praxisnah und mit ständiger Reflexion vermittelt. Zusätzlich wird direkt mit den fertigenden Betrieben in der Region kooperiert.

Ein erster Erfolg dieses Modells: Ab diesem Herbst wird der Lehrstuhl für Technikdidaktik durch vier neue Juniorprofessuren aus Landesmitteln in Gesamthöhe von 2,5 Mio. Euro ergänzt, um direkt mit Fachhochschulen im Umland zu kooperieren. Dadurch soll vor allem erreicht werden, dass Fachhochschul-Absolventen der technischen Studiengänge ohne Übergangsprobleme an der Universität Siegen ihren „Master of Education - Berufskolleg“ machen können.

Parallel hierzu ist das neue Lehrgebiet Teil eines Kooperationsvertrags mit dem Berufskolleg Technik in Siegen. Durch diese Kooperation können den Studierenden sehr gute Praktikumsmöglichkeiten und über einen steten Austausch unterrichtskonzeptionelle Praxisprobleme zur Lösung angeboten werden.

 

 

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